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Das Lager der ersten deutschen Versandapotheke

Apo TeaserVersandapotheken – ein spannendes Thema, mit der sich die MIT-Rheinisch-Bergischer Kreis am 21. Oktober 2017 beschäftigte. Die Mitglieder besuchten die Versandapotheke der Schloss-Apotheke Bergisch Gladbach. Der Inhaber Markus Kerckhoff hat mit einer Verfassungsbeschwerde im Jahr 2004 die Grundlage geschaffen, dass es den Versandhandel heute gibt. Er ist auch Gründungsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken BVDVA.

Bei der Besichtigung wurde den Mitgliedern die 3 Bereiche der Versandapotheke der Schloss Apotheke erklärt.

Der erste Bereich ist der Shop-Bereich Apo.de für den Endverbraucher. Der Endverbraucher bestellt seine benötigen Medikamente direkt im Shop und bekommt diese dann zu sich nach Hause geliefert. Rezepte können bei Apo.de nicht eingelöst werden, da Kerckhoff den Standpunkt vertritt, dass eine ordentliche und umfassende Aufklärung nur in einer Apotheke in direktem Kontakt zwischen Apotheker und Kunden stattfinden kann. In den Niederlanden bekommen die Patienten sogar ihre Apotheke  zugewiesen, damit die Betreuung ganzheitlich erfolgen und der Apotheker Unverträglichkeiten und Wechselwirkungen von Medikamenten erkennen kann.

Der zweite Bereich ist die parenterale Ernährung. Hier werden Personen mit Nahrung und dem entsprechenden Zubehör wie z.B. Infusionsbesteck versorgt, die auf künstliche Ernährung angewiesen sind. Hier wird die Schloss Apotheke in Anspruch genommen, da sie langjährige Erfahrung in diesem sensiblen Bereich besitzt und ein hohes Maß an Qualität bietet.

Der dritte Bereich ist der Impfstoffversand. Hier werden Arztpraxen und Institutionskunden bundesweit mit Impfstoffen versorgt. Die Schloss Apotheke bezieht die Impfstoffe ausschließlich beim Hersteller und liefert diese auch in aktiver Kühlung an die Kunden. Das bedeutet, dass sowohl der Wareneingang, die Lagerung als auch der Warenausgang der Impfstoffe ausschließlich im Kühllager bei einer Temperatur zwischen 2°C und 8°C erfolgt. Diese Vorgehensweise gewährleistet die Wirksamkeit der Impfstoffe. Dass ein Impfstoff z. B. gefroren war, ist nach dem Auftauen nicht zu erkennen, Sicher ist aber, dass er wirkungslos ist. Genauso verhält es sich mit Impfstoff, der zu hohen Temperaturen ausgesetzt war. Die Folgen kann sich jeder ausmalen. Man halte sich allein einen nicht wirksamen Tollwut-Impfstoff vor Augen.

Bei der Besichtigung der Versandapotheke sind naturgemäß viele Fragen aufgetaucht, die sich auch u.a. auf die Fälschungssicherheit von Medikamenten bezogen. Markus Kerckhoff erklärte, dass insbesondere über den gesetzlich vorgeschriebenen Import-Weg (5 % aller Medikamente müssen importiert werden) die Fälschungen nach Deutschland kämen. Dieses kann fatale Folgen für den Patienten haben. Auch gibt es in Deutschland nicht genügend Kontrollmechanismen in pharmazeutischen  Bereichen.

Kerckhoff erklärte den Mitgliedern der MIT, dass es neben den 1300 Apothekern und Apothekerinnen, die zurzeit zusätzlich zur Präsenz-Apotheke eine Versandhandels-Erlaubnis in Deutschland haben, auch multinationale Konzerne gibt, die in der BRD an Patienten/Kunden liefern. Besonders ärgerlich: Ausländische Versandapotheken müssen sich nicht an die deutsche Preisbindung halten und können die Preise frei gestalten

Viele Probleme im Gesundheitswesen, so stellte sich wenig überraschend heraus, sind dem Sparzwang geschuldet. Aber auch der Föderalismus scheint nicht gerade gesundheitsfördernd zu sein. Denn die Kontrolle ist Ländersache. Apotheker Markus Kerckhoff: "Wir haben keine Gesundheitspolitik in Deutschland, sondern eine Fiskalpolitik."

Einen Tipp bekamen die Mitglieder noch mit auf den Nachhauseweg: nur in Versandapotheken mit dem grünen Siegel "geprüfte Versandapotheke" bestellen.

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